Freitag, 5. August 2016

Welcome to the 17th century

Heute steht Kultur auf dem Programm, wir wollen ins Museum! Nicht weit entfernt von Middleborough liegt Plymouth, Landestelle der Pilgrim Fathers und bis heute einer der wichtigsten Orte für die patriotischen Amerikaner. 
Wir starten entgegen der Empfehlung im Reiseführer mit der Plimoth Plantation, einem Freilichtmuseum an der Stelle der ersten Siedlung der Engländer, und sind positiv überrascht, wie leer der Parkplatz noch ist. In einem lauschigen Waldstück führen geschwungene Pfade - zum Wapanoa homesite, einem kleinen Dorf der Indianer! Freundlich begrüßt von einem Nachfahren der native Indians lassen wir uns gerne ein auf eine Reise in die Vergangenheit ein und spüren dem Leben mit der Natur nach. 
Wir erfahren Spannendes über matriarchalische Strukturen, schauen und schnuppern beim Kochen (Cranberries!), schauen beim Nähen und Bau eines Tipis zu. 


Über allem liegt der Geruch von Lagerfeuer und am liebsten möchte ich hier die nächsten zwei Wochen bleiben - natürlich ohne all die neugierigen Touristen, wie wir selbst welche sind.
Jetzt geht es aber erst mal weiter den Berg hinauf zu den englischen Siedlern aus dem Jahr 1620, etwa 100 Puritaner, die mit der Mayflower in zwei Monaten über den Atlantik gesegelt kamen, um ein besseres Leben zu finden und ungestört ihren strengen Glauben leben zu können. An einer Dorfstraße reihen sich einfache Hütten und Holzhäuser, wir betreten sie durch kleine, niedrige Türen und landen in einer anderen Zeit. 

Es ist beeindruckend, wie die Menschen in den historischen Kostümen agieren, sie begrüßen uns mit "good day" und sprechen mit alt-englischem Akzent. Alle Frauen, Männer und Kinder leben ihre Rolle und es macht Spaß, einen Blick in ihr Leben zu erhalten und sich auf ganz unterschiedliche Gespräche einzulassen. 




Ein tolles Konzept, absolut überzeugend und sehr für deutsche Freilichtmuseen zu empfehlen! Wenn man selbst mal die Waffen eines Musketiers in der Hand hatte, an getrockneten Kräutern geschnuppert oder andere Erfahrungen gemacht hat, prägt sich Geschichte ganz anders ein, als es jede noch so aufwendig gestaltete Schautafel vermag. 





Der Kreis schließt sich, unser Besuch endet an seinem Ausgangspunkt, bei den native Indians. Es gefällt mir, dass sie hier als wichtiges Element eine tragende Rolle übernehmen - ohne die Hilfe der Indianer hätten die ersten weißen Siedler keine Überlebenschance gehabt. Mit dem allerersten Thanksgiving feierten Siedler und Wampanoag gemeinsam nach einem Jahr die erfolgreiche Ernte, der Ursprung eines der wichtigsten Feiertage der USA. 
Nach einer süßen Stärkung geht es weiter auf historischen Spuren, wir besuchen den Nachbau der Mayflower II am Kai von Plymouth. Die Restaurierung soll noch bis 2020 dauern, aber auch jetzt bekommt man schon einen Eindruck von der Enge auf dem Schiff und dem Ausgeliefertsein der Naturgewalten. 

Hier an Bord sind wir Teil der ein oder anderen Theatervorführung; der Kapitän und sein Vize erzählen als Zeugen des 17. Jahrhunderts von Piraten, Spaniern, Indianer Scouts und vielen anderen spannenden Menschen. 
Shot of the day - Mit Händen und Füßen bekommen wir vom "Vize" sein Weltbild erklärt

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